Schutzschalter im Verteiler

FI-Schalter oder Sicherung: Was ist der Unterschied?

Die Sicherung fliegt raus, oder der FI-Schalter lässt sich nicht mehr einschalten — und beides wird gern für dasselbe Bauteil gehalten. Dabei schützen sie ganz unterschiedliche Dinge. Dieser Ratgeber erklärt, wie Leitungsschutzschalter und Fehlerstrom-Schutzschalter (FI/RCD) tatsächlich arbeiten, warum keiner den anderen ersetzt und was Sie selbst gefahrlos prüfen dürfen.

Kurz beantwortet

Der Leitungsschutzschalter — umgangssprachlich „Sicherung” — schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Der FI-Schalter (Fehlerstrom-Schutzschalter, fachlich RCD) schützt Personen vor einem gefährlichen Stromschlag. Beide sitzen im selben Verteiler, lösen aber aus völlig unterschiedlichen Gründen aus und ersetzen sich gegenseitig nicht. Ein normgerechter Verteiler braucht deshalb immer beides: einen Leitungsschutzschalter pro Stromkreis und einen FI-Schalter, der eine Gruppe von Stromkreisen oder den gesamten Verteiler absichert.

Elektrofachkraft prüft mit Messgerät die Absicherung im geöffneten Sicherungskasten
Mechanik im Verteiler

Zwei Bauteile, zwei Aufgaben

Beide Schutzschalter sitzen im Verteiler und beide können auslösen — aber sie werten dabei völlig unterschiedliche Messgrößen aus.

  • Leitungsschutzschalter: Er überwacht, wie viel Strom durch die Leitung fließt. Wird ein Stromkreis überlastet oder entsteht ein Kurzschluss, steigt der Strom stark an — der Automat erkennt diesen Anstieg und trennt den Stromkreis, bevor sich Leitung oder Geräte gefährlich erhitzen.
  • FI-Schalter (RCD): Er vergleicht ständig, wie viel Strom in einen Stromkreis hinein- und wie viel wieder herausfließt. Fließt auch nur ein kleiner Teil an anderer Stelle ab — etwa über einen Menschen, der ein defektes Gerät berührt — entsteht eine Differenz. Diese Differenz reicht ihm, um innerhalb von Sekundenbruchteilen abzuschalten, unabhängig davon, ob die Leitung überhaupt überlastet ist.
Häufige Verwechslung

Warum eins das andere nicht ersetzt

Weil beide unterschiedliche Größen auswerten, kann der eine die Aufgabe des anderen nicht übernehmen — auch wenn das oft angenommen wird.

Ein FI-Schalter schützt nicht vor Überlast

Fließt in einem Stromkreis zu viel Strom, aber vollständig über den vorgesehenen Rückweg, erkennt der FI-Schalter das nicht — dafür ist ausschließlich der Leitungsschutzschalter zuständig.

Ein Leitungsschutzschalter schützt nicht vor Stromschlag

Der Strom, der durch einen Menschen fließt, wenn er ein defektes Gerät berührt, liegt weit unter der Schwelle, die einen Leitungsschutzschalter auslöst. Ohne FI-Schalter bleibt dieser gefährliche Fehlerstrom oft unbemerkt.

Nach Norm

Beide zusammen im Verteiler

Deshalb arbeiten in einem normgerechten Verteiler beide Schutzschalter zusammen: ein Leitungsschutzschalter für jeden einzelnen Stromkreis, dazu ein oder mehrere FI-Schalter, die jeweils eine Gruppe von Stromkreisen oder den gesamten Verteiler auf Fehlerstrom überwachen. Für den Personenschutz gibt die Norm DIN VDE 0100-410 den Rahmen vor, nach dem Elektrofachkräfte einen Verteiler auslegen und prüfen.

Manche Geräte vereinen beide Funktionen in einem einzigen Bauteil: der FI/LS-Kombischalter, fachlich RCBO. Er löst sowohl bei Überlast oder Kurzschluss als auch bei Fehlerstrom aus und spart im engen Zählerschrank Platz — ersetzt aber inhaltlich nichts: Er ist weiterhin zwei Schutzfunktionen in einem Gehäuse, nicht eine neue, dritte Funktion.

Welcher der beiden ausgelöst hat, sagt Ihnen schon etwas: Springt der Leitungsschutzschalter heraus, geht es meist um die Leitung oder einen einzelnen Verbraucher — Überlast oder ein Kurzschluss. Lässt sich dagegen der FI-Schalter nicht mehr einschalten oder löst er wiederholt aus, deutet das auf einen echten Fehlerstrom hin und betrifft den Personenschutz. Diese Unterscheidung hilft schon am Telefon, die Ursache einzugrenzen.

Was Sie selbst prüfen dürfen

Die Prüftaste ist Ihr einziger sicherer Handgriff

Das dürfen Sie selbst

Die Prüftaste am FI-Schalter drücken

Der schwarze oder farbige Knopf mit der Aufschrift „T” oder „Test” am FI-Schalter darf und sollte regelmäßig gedrückt werden. Er löst testweise einen künstlichen Fehlerstrom aus — reagiert der FI-Schalter sofort und schaltet ab, funktioniert der Personenschutz. Das ist die einzige Prüfung, die Sie als Laie an der Verteilung selbst vornehmen dürfen.

Das ist Fachkraft-Sache

Alles, was den Verteiler öffnet

Reagiert der FI-Schalter beim Testdruck nicht, löst er ständig ohne erkennbaren Grund aus, oder fehlt in Ihrer Anlage ganz ein FI-Schalter: Öffnen Sie die Verteilung nicht selbst. Austausch, Nachrüstung und jede Arbeit im Verteiler sind ausschließlich einer Elektrofachkraft vorbehalten (NAV §13, DIN VDE 0100).

Reagiert Ihr FI-Schalter beim Test nicht, oder wissen Sie nicht sicher, ob Ihre Wohnung überhaupt einen hat? Rufen Sie uns an — die Einordnung am Telefon ist kostenlos und unverbindlich, egal ob es sich um einen akuten Fall oder einen planbaren Nachrüsttermin handelt. Mehr zum Vorgehen finden Sie auf unserer Seite zu FI-Schalter & Sicherung in Hannover.

Kostenlose & unverbindliche telefonische Beratung 017642876194
Rund um FI-Schalter & Sicherung

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